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In meiner zweiten Heimat. 
Fotos: © Andrea GneistIn meiner zweiten Heimat. Fotos: © Andrea Gneist

1971, ich war elf Jahre alt, begann ich mit meinem ersten Buch. Ich sehe mich noch im Wohnzimmer eines Cousins am niedrigen Wohnzimmertisch knien, gleich neben der hochmodernen, mit Kuhfell überzogenen Einbauwand. “Roman” schrieb ich auf die erste Seite eines neuen Schreibheftes. Darunter: “Von Bettina Haskamp”. Zwei Tage später war mir klar: Gern lesen und gern schreiben allein reicht nicht für eine große Geschichte. Das Heft blieb leer. Und so versank der Traum vom eigenen Buch für lange Zeit in einer Schublade irgendwo tief hinten in meinem Hirn - bis zum Jahr 1996.

In der Zwischenzeit machte ich im niedersächsischen Oldenburg Abitur, danach ein Volontariat bei der Oldenburgischen Volkszeitung, wechselte nach einigen Jahren als Lokalredakteurin zum Radio, begann an der Universität Osnabrück zu studieren, arbeitete parallel für den NDR, einige Zeit für radio ffn. Nach dem Magisterabschluss in Politik und Geschichte wechselte ich zum WDR Münster und ging schließlich als festangestellte Redakteurin zurück zum NDR.

1995, ich lebte in Hannover, traf ich einen Mann mit einem großen Traum: ein Boot bauen, in die Welt segeln … mittlerweile war ich fünfunddreißig Jahre alt, seit sechzehn Jahren im Beruf und bereit für Neues. Im Jahr darauf begannen wir mit dem Bau eines hochseefähigen Katamarans. Mir wurde klar: Wenn das klappt, wenn wir wirklich losfahren, dann habe ich eine Geschichte zu erzählen, dann schreibe ich endlich ein Buch. 1998 segelten wir los. Die Reise dauerte drei Jahre. “Untergehen werden wir nicht“ erschien 2002. 

Der Anfang war gemacht, aber es vergingen noch ein paar Jahre, ehe ich mich an einem Roman versuchte. Inzwischen hatte ich meinen zweiten Mann kennengelernt und wir gingen für ein Jahr nach Portugal. Ich wollte schreiben. Aber wieder fehlte mir ein Thema. Doch dann geriet die Ehe einer seit  Langem in Portugal lebenden Freundin in Gefahr, und ich fragte mich: Was würde sie tun, wenn ihr Mann sie verließe? 2007 kam “Alles wegen Werner” auf den Markt und wurde auf Anhieb ein Bestseller.

Bis heute steckt In jedem meiner Romane ein Stück von mir, oft auch von meinen Freunden.  

In “Hart aber Hilde” sind es meine Erfahrungen in einem deutschen Altersheim. Zudem hat sich eine sehr liebe Freundin nicht zu Unrecht im Charakter der Protagonistin Pia wiedererkannt.

Die Idee zu “Jetzt ist gut, Knut” entstand, nachdem ich sehr professionell belogen und um Geld betrogen worden war.

Im “Azorenhoch” geht es um die Themen Träume und Trauer. Aber auch um die Liebe zu einem untreuen Egozentriker.

In “Tief durchatmen beim Abtauchen” schließlich kommt eine frisch getrennte Frau mit ihrem Rollkoffer allein auf eine Insel im Atlantik - so wie ich vor vielen Jahren mit meinem Rollkoffer auf La Gomera angekommen bin.

Und noch eines haben meine Protagonistinnen und ich gemeinsam: Wir lachen gern, auch über uns selbst. Das gilt sogar für Anabela Silva, der Hauptperson in meiner Portugal-Krimireihe, die bei bei rororo erscheint. Diesmal unter meinem Pseudonym Carolina Conrad.

Eindrücke aus der Ostalgarve

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